Martin Betz- Prosa

Der Fünfte

Sodaß ich jetzt einschlafen könnte, wenn der fünfte Gang nicht wäre. Mein Rucksack verstaut, die Autobahn ruhig, bequem liegt mein Kopf, ich könnte einschlafen, wenn der fünfte Gang nicht wäre. Auch wenn ich als Beifahrer in einen Wagen steig, erfaße ich unwillkürlich auf dem Schalthebel die Skizze mit der Anordnung der Gänge, wenn ein Fünfter da ist, liegt er praktisch immer vorne rechts, unwillkürlich muß ich beim Einsteigen in diesen Wagen festgestellt haben, daß ein Fünfter da ist, der, wie praktisch immer, vorne rechts liegt. Hätte ich beim Einsteigen nicht erfaßt, daß es vorne rechts einen Fünften gibt, könnte ich jetzt einschlafen, denn mein Kopf liegt vom Schalthebel abgewandt bequem auf der Seite, aber noch im Abwenden des Kopfes hab ich erfaßt, daß der Schalthebel sich in der Stellung hinten Mitte befindet, während der Fünfte vorne rechts liegt. Hätte ich beim Einsteigen nicht erfaßt, daß es vorne rechts einen Fünften gibt, und im Abwenden des Kopfes nicht erfaßt, daß der Schalthebel sich in der Stellung hinten Mitte befindet, könnte ich jetzt einschlafen, weil von diesem Wagen auch im vierten Gang praktisch nichts zu hören ist. Bei Autobahntempo im Vierten ist von diesem Wagen praktisch nichts zu hören, während mein eigener Wagen bei diesem Tempo so laut ist, daß ein Beifahrer nicht einschlafen kann. Bei diesem Tempo schreit mein eigener Wagen nach einem Fünften, den er nicht besitzt, während hier ein Fünfter bereitsteht, ohne daß es nötig wär, ihn bei diesem Tempo einzulegen, weil von diesem Wagen bei Autobahntempo auch im Vierten praktisch nichts zu hören ist. Mein Rucksack verstaut, die Autobahn ruhig, bequem liegt mein Kopf - praktisch nichts, weshalb ich nicht einschlafen kann, das Geräusch bei Autobahntempo im Vierten, fern und vorhanden wie der Krieg.


Der Fünfte - Liebesbrief - Ende vom Lied - Das Wunderkind - Im Himmel
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